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Nach Frankfurt - Sachsenhausen, Paradiesgasse 10 - Klosterpresse

MusikTheater
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„Kräfte eins zwei drei“

1. „Hausmusik“   2. „earotics“    3. „Pneuma“

 

Eine Veranstaltungsreihe an drei Abenden mit Performancewerken der Komponisten Kunsu Shim, Gerhard Stäbler und anderen.

Produziert und aufgeführt von der Musiktheaterwerkstatt Frankfurt.

Spielort ist der Veranstaltungsraum der Klosterpresse e.V. im Frankensteiner Hof, Paradiesgasse 10,  60594 Frankfurt/Main.

Mitspieler: Barbara Druener, Diana Klee, Cristina Teuscher, Evelin Stadler, Florian Appel, Gernot M. Hartmann, Franz L. Klee.

Die Veranstaltungen sind für folgende Termine geplant:

                         „Hausmusik“       30. April 2009                    um 22 Uhr

                         „earotics“            26. September 2009           um 20 Uhr

                       „Pneuma“              1. November 2009           um 20 Uhr
 

Cristina Teuscher bildete sich in Jerez de la Frontera und Madrid zur Flamencotänzerin aus und tanzte traditionellen Flamenco an verschiedenen Spielstätten - von Kleintheatern, dem Tablao in Jerez de la Frontera an größere Bühnen wie die Operetka in Warschau anlässlich von Polentourneen. Über drei Produktionen als Tänzerin, Choreographin und Co-Leiterin der Cie. el Contrabando etablierte sie sich auch als Vertreterin der experimentellen Flamencoszene. 2001 New York - Stipendium der Stadt Bern. 2002 „Babel-flamenco meets electronic music“, Konzertstück für ein andalusisch-schweizerisches Ensemble, das 2003 in der Deutschschweiz gezeigt wurde. Von 2003 bis 2006 war sie als Regieassistentin für Musiktheater am Stadttheater Bern tätig und beendete ihr Engagement dort 2006 zusammen mit Franz Leander Klee mit einem szenisch-musikalischen Abend „Projekt John Cage“.

Evelin Stadler wurde 1975 in Bozen/Italien geboren . Nach einem fünfjährigen Klavierstudium am dortigen Konservatorium begann sie ihre Tanzausbildung als Jungstudentin an der Folkwang-Hochschule in Essen. Nach dem Diplom für Bühnentanz (1997) folgten Engagements in verschiedenen Tanzensembles in Essen und Berlin, zuletzt bei den Städtischen Bühnen Münster unter der Leitung von Daniel Goldin. Seit Anfang 2005 lebt Evelin Stadler als freischaffende Tänzerin und Choreographin (u.a.Aufführungsreihe „Implantate“, „Leise der Flug der Vögel-Exodus“ mit Prof.M. Lücker an St.Katharinen) in Frankfurt. An der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst übernimmt sie seit 2006 die choreographische Assistenz für Toula Limnaios und gibt Profitraining für das Tanzlabor 21.

Barbara Druener, geboren 1985 in Frankfurt am Main, studiert Kunstpädagogik, Romanistik und Psychoanalyse an der Goethe Universität Frankfurt. Seit 2007 beteiligt sie sich an den Semesterendausstellung im Kunstpädagogischen Institut mit eigenen Arbeiten in den Bereichen Malerei, Grafik und Plastik. Im November 2006 wirkte sie als Statistin in Humperdincks Oper ‚Hänsel und Gretel’, inszeniert von Wolfgang Klee, mit. Performanceartige Auftritte auf der Ausstellung von Olliver Hentrich im März 2008 und in der Klosterpresse im Dezember 2008 folgten.November 2008 stand sie dem Spielleiter Gernot Hartmann als Regieassistentin bei ‚Zwischenspiele’ und ‚Nachts’, inszeniert von der Musiktheaterwerkstatt Frankfurt zur Seite.

Diana Klee studierte an der Musikhochschule Köln Gesang bei Edith Kertesz- Gabry und Hans Sotin. Nach einem ersten Engagement 1995 am Stadttheater Koblenz ist sie seit 1996 im Opernchor der Deutschen Oper am Rhein engagiert. Seit 2000 arbeitet sie regelmäßig mit Franz Klee im Bereich „Neue Musik“ zusammen, u.a. war sie an einem Cage Projekt am Stadttheater Bern und an einer Uraufführung des Komponisten Anton Ruppert beteiligt. Als Gründungsmitglied der „Soperanetten“ brachte sie zwei Konzertprogramme zur Aufführung, die sie auch musikalisch miterarbeitete.

Florian Appel, in München geboren, studierte dort zunächst Philosophie, später Dirigieren und Liedgestaltung. Seine prägenden Lehrer waren Anton Ruppert, Hans-Jürgen Schiller und Donald Sulzen. Arbeiten verbinden ihn u.a. mit: Pasinger Fabrik, Theater Nordhausen, Festspielhaus Neuschwanstein, Schlosstheater Rheinsberg, Stadttheater Bern, Schloss Eichhofen, Ensemble piano possibile, Balthasar Neumann Chor, Theater Kontrapunkt, Gallus-Theater Frankfurt, deutsches Theater Berlin, neues Theater i-camp, Künstlerkollektiv atef, Bad Reichenhaller Philharmonie. er ist Musikdirektor des haruki-kauris-mäki-orkest und Leiter der vokal- und Instrumentalgruppe Zeitraum. 1999 empfing er die Ehrenmedaille des VsMe. Der Musiker ist als Liedbegleiter, Korrepetitor, Performer, Vorleser und Dirigent zu erleben.

Franz Leander Klee wurde in Zams/Tirol geboren. Nach langjähriger Mitwirkung im Kinderchor der Frankfurter Oper erhielt er seine musikalische Ausbildung als Komponist, Pianist und Dirigent bei Claus Kühnl, Eike Wernhard und Volkmar Olbrich, von 1990 bis 1995 an der Musikhochschule Frankfurt/M. Während des Studiums sammelte er erste Erfahrungen im dirigieren verschiedener Chöre und Ensembles für Neue Musik. von 1996 bis 2002 war er an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg, von 2002 bis 2006 am Stadttheater Bern als Repetitor und Kapellmeister engagiert. Seither arbeitet er freiberuflich. Zusammen mit Florian Appel war er musikalischer Leiter einer Fledermaus-Produktion am Deutschen Theater in Berlin. Zuletzt führten ihn Arbeiten erneut an die Deutsche Oper am Rhein.

Gernot M. Hartmann wurde in Neckarsulm (Württemberg) geboren. Er studierte in Heidelberg u. München Germanistik und Musikwissenschaften und nahm in München Schauspielunterricht . Hier spielte er in vielen freien Theaterproduktionen mit und trat unter anderem im Münchner Volkstheater sowie dem Teamtheater Tankstelle auf. Ab 1997 arbeitete er als Regieassistent am Bayrischen Staatsschauspiel, am Weilheimer Theatersommer, sowie an den Stadttheatern Hildesheim und Bern. Seit 2004 ist Gernot M. Hartmann als freischaffender Regisseur für Schauspiel und Musiktheater tätig, unter anderem auch als Mitglied der Musiktheaterwerkstatt „...dein Hackfleisch“.

 

Kunsu Shim wurde am 15. September 1958 im südkoreanischen Pusan geboren, als Sohn koreanischer Remigranten aus Japan. Das Meer vermittelte dem Heranwachsenden die Erfahrung räumlicher Offenheit und Weite. Dieses Charakteristikum findet sich später wieder als Grundlage seiner Produktion.

Zweimal, mit Achtzehn und Neunzehn, gewann er den Ersten Preis in einem Wettbewerb für junge Komponisten in Pusan. Er studierte an der Yonsei Universität in Seoul Komposition von 1979-83, u. a. bei Inyong La. Weitere Stationen waren 1982 der DongA Newspaper Prize und 1983 der JungAng Newspaper Prize. 1985 kam Kunsu Shim nach Deutschland, 1987-88 studierte er in Stuttgart Komposition bei Helmut Lachenmann. Anfangs der 90-er Jahre lernte er Gerhard Stäbler kennen, mit dem er heute lebt und zusammenarbeitet. Shim zog 1989 nach Essen, um dort an der Folkwang Hochschule bei Nicolaus A. Huber das Studium bis 1992 fortzusetzen - es war dessen "einfache, aber kraftvolle Sprache", die ihn anzog. Um diese Zeit kam es zu einer stilistischen Neuorientierung nicht zuletzt auch durch ein verstärktes Interesse an der Neuen Musik in den USA und an Bildender Kunst und Literatur. Mit der Komposition "orchester in stereo mit fünf sinustönen" (1990) fand er die für ihn charakteristische Sprache. 1992 gewann er einen Preis beim Forum junger Komponisten/WDR. Ab 1992 ist Shim Mitorganisator der Reihe "Aktive Musik" in Essen. Konzertreisen führen ihn über den Globus, und er war mehrfach "artist in residence" (etwa 1993 "Djerassi", Kalifornien; 1996-97, "Schreyahn", BRD). Mit der Komponistengruppe "wandelweiser", zu der er 1994-99 gehörte, verbanden ihn Grundorientierungen wie Stille und Einfachheit. Seit 1993 hat er Lehraufträge an der Folkwang Hochschule, Abteilung Duisburg. Im Jahr 2000 gründeten Shim und Gerhard Stäbler "EarPort" am Innenhafen Duisburg, ein Ort der Vermittlung Neuer Musik und der Verknüpfung der Künste. 2003 erhielt Kunsu Shim das renommierte Genko Uchida Fellowship - Stipendium, das ihm einen dreimonatigen Japan-Aufenthalt ermöglichte. Zahlreiche Konzerte führten ihn in viele Länder Europas, nach Australien, Nord- und Südamerika und in den Nahen und Fernen Osten. Heute besitzt er, nun auch deutscher Staatsbürger, seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland

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Gerhard Stäbler ,1949 im süddeutschen Wilhelmsdorf bei Ravensburg geboren ,studierte Komposition bei Nicolaus A. Huber und Orgel bei Gerd Zacher in Detmold und Essen. Von Anfang an war er nicht nur als Komponist aktiv, sondern engagierte sich auch politisch und auf organisatorischem Gebiet. So konzipierte Stäbler die "Aktive Musik"- Festivals mit Neuer Musik und fungierte darüber hinaus im Jahr 1995 auch als künstlerischer Leiter der Weltmusiktage der "Internationalen Gesellschaft für Neue Musik" im Ruhrgebiet. Ein dritter zentraler Strang seiner Tätigkeit liegt im pädagogischen Bereich. In Workshops und Seminaren für Komposition und Improvisation arbeitete Stäbler mit jungen Musikern aus vielen Ländern. Als Composer-in-Residence und Gastprofessor wirkte er zeitweise unter anderem in Nord- und Südamerika sowie im Nahen und Fernen Osten.  2003 wurde ihm der Musikpreis der Stadt Duisburg verliehen.

Stäblers Musik verlässt oft den Rahmen des Konventionellen, indem er Elemente in seine Kompositionen einbezieht, die die herkömmliche Aufführungssituation (und damit die herkömmliche Publikumserwartung) durchbrechen, sei es durch Gesten oder Bewegungen im Raum, sei es mittels Licht- und Duftgestaltung oder durch aktives Einbeziehen des Publikums: Immer kommt es ihm darauf an, die Phantasie anzuregen, Ohren und andere Sinne für neue, unerwartete Wahrnehmungs- und Denkmuster zu sensibilisieren. Hierher rührt auch Stäblers Vorliebe für das Ineinandergreifen von Komposition und Improvisation, die von der jeweils einzigartigen Spannung unter den Ausführenden im noch offenen und nur präformierten Moment lebt. Gleichwohl ist Stäblers Musik in ihren Abläufen immer äußerst durchdacht und von ausgefeilten Konstruktionen geprägt, die die direkte musikalische Aussage nicht beeinträchtigen.

 

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Sektion MusikTheater Werkstatt

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     Florian Appel    Gernot m. Hartmann     Franz Leander Klee

Musiktheaterwerkstatt Frankfurt

Den Kern der Gruppe Musiktheaterwerkstatt Frankfurt bilden Florian Appel, Gernot M. Hartmann und Franz Leander Klee. Seit sechs Jahren verbindet die drei eine enge Zusammenarbeit bei Entwicklung, Gestaltung und Ausführung von Projekten im Bereich von Musik, Text, Performance und Theater. Dabei entstehen immer wieder gattungs-übergreifende Verlaufsformen, welche ihre Klammer durch die individuell eingebrachten variierenden Talente erfahren. den künstlerischen Werdegängen ihrer Protagonisten erwachsend, treten die Arbeiten der Musiktheaterwerkstatt Frankfurt in Form von Klang- und Hörszenarien vor ihr Publikum.

Die Anfänge dieser Arbeiten liegen in einer bereits zu Studentenzeit gegründeten Gruppe um den Musiker Franz Leander Klee, welcher damit ein Forum zur Aufführung seiner eigenen Kompositionen schuf. Diese ersten Stücke waren gekennzeichnet durch eine skuril-clowneske, sprachlüsterne Form von Musiktheater, welche ihre Klanglichkeit nicht selten aus einer unmittelbaren, schrägen Vokalfarbigkeit ihrer Akteure bezog, die darüber hinaus allerlei ungewöhnliches Instrumentarium – nicht selten aus Alltagsgegenständen abgeleitet – bedienten.

In den letzten Jahren gewinnt die Annäherung und Aneignung bereits vorgefundener Werke zunehmend an Bedeutung, welche ihre ganz eigene Spannung und Beleuchtung aus der Gegenüberstellung mit nach wie vor Selbstverfasstem erfährt. Zunehmenden Raum erhält das szenische Spiel. In gestalt von Gernot M. Hartmann, dem Regisseur der Gruppe, steht den Protagonisten neben einem Mitspieler so auch ein nach außen tretender Betrachter zur Seite. Immer wieder sind es vor allem die personenbedingten Perspektivunterschiede, welche sich aus den bislang ausgebildeten und verfolgten Talentschwerpunkten der Mitglieder ergeben und so dem Spiel ihre Unverwechselbarkeit verleihen.

Florian Appel und Franz Leander Klee bildeten sich zuerst am Klavier und in der Chor- und Orchesterleitung und erhielten prägende Impulse in Assistenzen bei Orchestern und Opernensembles. Beide schätzen die Vielfalt ihrer Aufgaben in der Begegnung mit Orchestermusikern, Kammermusikpartnern und Sängern.

Gernot M. Hartmann begann als Schauspieler und Regieassistent seine künstlerische Arbeit. Auch er sammelte wertvolle Erfahrung sowohl im eigenen Spiel, als auch bei Assistenzen im Bereich des Schauspiels und Musiktheaters.

Immer wieder freut sich die Gruppe über ihr – scherzhaft genanntes – „Erlernen neuer Berufe. darin ausgedrückt steckt die Lust „den Sachen“ stets mit einem Höchstmaß an Unvoreingenommenheit und Freiheit zu begegnen, alles selbst und von Hand zu erledigen. Es ist die immer wiederkehrende Neugier an den Rätselhaftigkeiten der fremden wie eigenen Werke, die die drei zusammen mit ihren Gastspielern um- und antreibt. Den Werken eine für den Moment tragfähige, belastbare und für ihr Publikum erlebnisreiche, offene Form der Heimstatt zu schaffen, ist erste Absicht und ernstes Begehren der Musiktheaterwerkstatt Frankfurt.

Neben Werken John Cages, bildeten Beschäftigungen mit Prosa und Lyrik des schizophrenen Dichters Ernst Herbeck – musikalisch bearbeitet von Franz Leander Klee – einen Schwerpunkt in den Arbeiten der vergangenen Zeit. Dazu kam eine Annäherung an den Liederzyklus „Tagebuch eines Verschollenen“ von Leos Janacek. In weiteren Programmen finden sich neben Kompositionen befreundeter Komponisten Beschäftigungen mit der Musik Franz Schuberts.

Aktuell stehen zwei Arbeiten auf dem Spielplan, welche je für sich und als Komplementärpaar aufgeführt werden können.

„Zwischenspiele“ ist seiner äußeren Gestalt nach eine Art installativen Spiels. Zwei Figuren durchlaufen eine szenische Abfolge, welche ihre Bewegung aus musikalisch-theatralisch je eigenständigen, in sich geschlossenen Kompositionen schöpft. Das zugrunde liegende Material stammt aus Werken John Cages, Leos Janaceks, Kunsu Shims, Frank Gerhardts, Robin Hoffmanns sowie Stücken der Gruppenmitglieder selbst und Texten Wolfgang Hilbigs und Friedrich Nietzsches.

„nachts“ ist in seiner form ein beinahe heimeliges spiel zwischen Klavier und Lesetischchen. Texte – u.a. von Brigitte Kronauer, Christoph Ransmayr und Peter Handke – verbinden sich mit Klaviermusik von Mozart, Chopin, Bartok, Ligeti u.a. zu einem Kreisen um die Atmosphäre nächtlich phantastischer Lautlosigkeit und damit einhergehender erregter Geräusch- und Gedankenempfindlichkeit.

                            Frankfurt am Main, Dezember 2008